Kultur im Blick

Montag, 16. April 2018
Mannheims Königin der Nacht – wir erinnern an Professor Edith Jaeger

Edith Jaeger als "Königin der Nacht"
hinter der Bühne bearb. um 1955
Foto EJ / rem
Wir wollen an ihrem 100. Geburtstag (17. April 2018) an Edith Jaeger erinnern. Ihr zu Ehren werden wir voraussichtlich im September ein Konzert veranstalten.Wir verneigen uns vor einer großen Künstlerin, einem wertvollen Menschen und einer hervorragenden Gesangspädagogin, die sich und anderen ein hohes Maß an Disziplin abverlangte, die das „Flaggschiff“ unserer Musikschule für Erwachsene war.

Als Musik- und Gesangspädagogin unterrichtete sie in der „Musikschule für Erwachsene“ der Mannheimer Abendakademie von 1986 bis 2003 mehrere hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Gesang, Mimik und Gestik. Einige ihrer Schülerinnen und Schüler sind heute auf Theater- und Konzertbühnen erfolgreich.

Mit ihren Gesangsklassen und ihrer Meisterklasse begeisterte sie das Publikum in zahlreichen großartigen und unvergessenen Konzerten, wie zum Beispiel in den alljährlichen Konzerten an der Abendakademie oder in dem zur Tradition gewordenen Adventskonzert im Diakonissen-Krankenhaus sowie in vielen Benefizkonzerten.



Doch vor dieser ungewöhnlichen Alterskarriere lag ein langes und erfülltes Künstlerleben. Die gebürtige Stuttgarterin erhielt nach ihrem Abschluss an der Staatlichen Hochschule für Musik in Stuttgart 1941 ihr erstes Engagement als Koloratursopranistin am Reussischen Theater Gera. Gastverträge in Dessau, Krefeld, Hannover, Köln und Hildesheim folgten, bis sie 1943 an der Städtischen Bühne Königsberg als 1. Dramatische Koloratursopranistin eine Festanstellung erhielt.

Edith Jaeger als Zerbinetta in "Ariadne auf
Naxos" von Richard Strauss. Neuinszenierung
vom 24.11.1956. © Adolf Falk,
Reiss-Engelhjorn-Museum Mannheim,
Theatersammlung
Nach ihrer Flucht 1945 mit ihrer Mutter in den Westen und Engagements in Darmstadt und Frankfurt kam sie 1953 in ihre Wahlheimat Mannheim. Hier, am Nationaltheater in Mannheim, brillierte sie unter anderem als Zerbinetta, Lucia und immer wieder als „Königin der Nacht“. Daneben gastierte sie im In- und Ausland an zahlreichen großen Bühnen, unter anderem unter Karajan bei den Salzburger Festspielen, bis sie 1970 als gefeierter Star ihren Abschied von der Bühne nahm.

Danach begann Edith Jaegers zweite Karriere als Musikpädagogin, zuerst an der Städtischen Musikschule Mannheim, ab 1974 auch an der Musikhochschule Heidelberg/Mannheim, wo ihr 1980 der Professorentitel verliehen wurde.

Zum 85. Geburtstag veranstaltete die Abendakademie zusammen mit dem Nationaltheater, der Städtischen Musikschule und der Musikhochschule noch einmal ein großes Ehrenkonzert für die Grande Dame der Musik. Zahlreiche prominente Künstlerinnen und Künstler verneigten sich mit musikalischen Beiträgen vor „Mannheims Mutter des Gesangs“.

Edith Jaeger zu Ehren veranstalten wir in Zusammenarbeit mit den Reiss-Engelhorn-Museen und gemeinsam mit ihren ehemaligen Schülerinnen und Schülern voraussichtlich im September 2018 ein Konzert mit Melodien aus Kunstlied, Oper, Operette und Musical.

Näheres dazu in Kürze auf unserer Homepage.









Montag, 03. April 2018
Vincent van Gogh in Virtual Reality (VR) - Die PREMIERE!

© matiasdelcarmine/fotolia.com

„Ich war im ´Nachtcafé´, habe einen Spaziergang unter dem Sternenhimmel an der Rhône gemacht und saß auf Gauguins Stuhl in van Goghs Schlafzimmer. ”

Zauberei? Nein, einfach nur der Blick durch die VR- Brille.

Wer kann DAS schon von sich behaupten?!

Na, zum Beispiel eine Gruppe Neugieriger, die an unserem ersten auf „Virtueller Realität“ basierenden Kurs teilgenommen hat.


Immer im Wechsel schauten sie sich vorbereitete 360°-Filme in der VR-Brille an, während die Kursleiterin das Gesehene, besser gesagt das Erlebte, zeitgleich kommentierte und mit wichtigen und spannenden Informationen zu van Gogh und dem jeweiligen Werk, in dem man sich gerade befand, ergänzte. Zusätzlich konnte man weitere Werke van Goghs mit Hilfe von Beamer und Laptop betrachten.


Unsere Kursleiterin Dr. Pamela Pachl führte die „Kunstreisenden“ durch die Welt der Bilder von Vincent van Gogh und gab einen Einblick in sein Œuvre, in seine Beziehung zu seinem Bruder Theo  sowie seinem besten Freund Paul Gauguin. 

Sie positionierte van Goghs Arbeiten in der Kunstgeschichte und stellte ihn als Vorreiter seiner Zeit vor, als Wegbereiter der Moderne, der er ohne Zweifel war!

Van Gogh (1853-1890) arbeitete in der Zeit zwischen den Epochen des Impressionismus und dem Expressionismus. Als erster begann er die Farben seiner Palette auf eine andere Weise zu nutzen. Er verlieh der Farbe in seiner visionären Arbeit Autonomität. Wie bereits die Impressionisten verwendete er nicht die Lokalfarbe eines Objektes, sondern die Farbe an sich wurde Träger seiner innersten Gefühle und bekam somit eine neue, wichtige, seiner Zeit weit voraus eilende Bedeutung. Dies ist wohl auch der Grund, warum van Goghs Kunst zu seinen Lebzeiten so viel Ablehnung erfuhr.



Nicht nur aufgrund der technisch neu gewonnenen Nähe zu seinen Arbeiten, auch durch Dr. Pamela Pachl, die Vincent van Gogh in einem besonderen, persönlichen, ja fast privatem Licht zeigte, fühlte man sich ihm näher. Sie sah nicht nur seine Arbeiten, die gleichzeitig und vor allem Ausdruck seiner  Seele sind, sondern sie sah den Künstler als Person und verdeutlichte somit die Ursprünge seiner Bilder.

Sie erzählte davon, wie Vincent seine Ölfarben aß, von seiner Verzweiflung als missachteter Künstler seiner Zeit, von dem Briefwechsel zwischen ihm und seinem Bruder Theo oder der kreativen und wichtigen Gemeinschaft mit Paul Gauguin, die sogar über den Tod der beiden hinaus anhielt. Und last but not least, erfuhren die Teilnehmenden, wie es dazu kam, dass van Gogh sich ein Ohr abschnitt. Oder war es doch ganz anders…??? 

„Als würde man Vincent jetzt ein wenig kennen“, fasste  eine Kursteilnehmerin ihre Eindrücke am Ende des Vortrags zusammen.

Wir freuen uns auf weitere spannende VR-Kurse im kommenden Semester!

Unser Tipp für Kurzentschlossene:
Vincent van Gogh in VR am 3. April 2018, 16 - 17.30 Uhr









Montag, 19. März 2018
Vielfalt viel Wert - Begegnungsfest für ALLE



Um euch direkt mitten ins Geschehen zu führen, möchten wir einen kleinen Einblick in unsere Arbeit geben: heute rund um unser Fest „Vielfalt viel Wert – Begegnungsfest für ALLE“, veranstaltet 2017 im Rahmen der einander.Aktionstage, der Veranstaltungsplattform des Mannheimer Bündnisses für ein Zusammenleben in Vielfalt.

Ganz kurz zum Hintergrund:
Das Mannheimer Bündnis ist ein Zusammenschluss von Institutionen und Akteuren, die sich gegen Herabsetzung und Diskriminierung positionieren und sich für ein respektvolles Zusammenleben in Vielfalt einsetzen. In einem bestimmten Zeitrahmen finden jährlich die sogenannten einander.Aktionstage statt.

Die Mannheimer Abendakademie ist Mitglied des Bündnisses – und 2017 konzipierten wir eigens dafür eine Großveranstaltung. Unser 'simpler' Wunsch war, verschiedene Gruppen bei uns zusammenzubringen und miteinander zu feiern. Jeder sollte sich mit einem Beitrag oder einem kleinen Interview auf der Bühne präsentieren und natürlich musste für reichlich Essen und Trinken gesorgt werden.

Dabei waren …
… als Bündnispartner: Duha e.V.-Verein für soziale Dienste- (Musikbeitrag) // Freundeskreis Asyl Karlsruhe e.V. (Musikbeitrag) // Bewohnerverein Jungbusch e.V. mit kulinarischen Spezialitäten aus dem Internationalen Frauentreff Jungbusch // FORUM der Jugendkulturen, vertreten mit Breakdance durch das Künstlerkollektiv True Roking Soul // Eritreischer Verein Mannheim e.V. mit einer Kaffeezeremonie // Refugee Radio Rhein-Neckar // Migrationsbeirat Mannheim //

Silke Hauck beim Soundcheck
… weitere Gäste: Folkloretanzgruppe Motif-Sanat Mannheim e.V. // Gemeindediakonie Mannheim (Moderation) // Chor der Lebenshilfe Mannheim e.V. und ABB // Café U1 // Modenschau der Assalam Arabisch-Schule // Kurdisches Volkshaus e.V. Mannheim (Musikbeitrag) // Kinder-Mit-Mach-Zirkus Hallöchen // Special Guest: die Sängerin Silke Hauck – und als spontane Überraschungsgäste schauten die Mannheimer Streetdancer Joanna Blum und Mr. Quick vorbei!!

Bis zur letzten Minute suchten wir nach einem passenden – oder zumindest zufriedenstellenden – Titel. Deshalb starten wir auch hier mit einer Quizfrage :-)
Wie veranstalte ich ein Fest für alle, ohne im Einzelnen zu benennen, wer mit "alle" gemeint ist?

Wir haben viel überlegt, auch mit unseren Bündnispartnern, wie wir Begriffe wie „Integration“, „Inklusion“, „Kulturen“ umgehen können, um nicht gerade dadurch doch wieder auszugrenzen. Eine Zeitlang bastelten wir auch an Symbolen und versuchten vielleicht sogar ohne Sprache auszukommen. Letztlich entschieden wir uns dafür, ALLE in Großbuchstaben zu setzen und nannten das Ganze „Vielfalt viel Wert – Begegnungsfest für ALLE“.


Das Ergebnis war eine Veranstaltung, die ein paar hundert Menschen bei uns zusammenbrachte:
Am Samstag, den 7. Oktober 2017 wurden in unserem Foyer Spezialitäten aus 12 verschiedenen Ländern angeboten und über 100 Mitwirkende brachten mit 16 Programmpunkten drei Stunden Action auf die Bühne. Der Bogen spannte sich von Hip Hop bis Folklore, begleitet von Kurzinterviews mit Akteuren. Für Kinder gab es einen kostenlosen Mitmach-Zirkus und als Stargast aus der lokalen Szene setzte Silke Hauck einen glanzvollen Schlusspunkt. Wir moderierten zu dritt, Jugendliche aus unseren Deutschkursen filmten die Veranstaltung. Wir danken an dieser Stelle dem Offenen Kanal Ludwigshafen, die uns freundlicherweise Kameras zur Verfügung gestellt haben. Im Offenen Kanal wird auch der komplette Beitrag über unser Fest zu sehen sein. Wenn wir den Termin genannt bekommen, teilen wir ihn hier mit. Hier kommt aber erstmal der Trailer:


Für unser gesamtes Team war es ein Kraftakt, der wochenlang vorbereitet wurde. Und wenn dann am Tag X so viele Menschen zusammen feiern und am Ende alle glücklich sind, machen wir es immer wieder gern – denn es ist uns ja ein wirkliches Anliegen: Wir machen Angebote für ALLE!

In zwei Wochen melden wir uns wieder mit einem Beitrag der Kunsthistorikerin
Dr. Pamela Pachl zu ihrem Kurs Vincent van Gogh in VR (Virtual Reality).

Bis dahin macht’s gut!










Montag, 5. März 2018
Wir erweitern unseren Blog um „Kultur im Blick“




Ab sofort fassen wir alle zwei Wochen Kulturelles ins Auge: Einblicke, Ausblicke, Rückblicke, Augenblicke, Blick-Kontakte ...
 
Wir schauen nach vorn:
  • auf Geplantes
  • auf große und kleine Dinge, auf die wir uns freuen
  • auf Ereignisse und Veranstaltungen

Wir blicken:
  • hinter die Kulissen, gewähren Einblicke in unsere Werkstätten und in unsere Arbeit.
  • durch die Linse einer Kamera, die Augenblicke für immer festhält
  • durch eine VR-Brille, die uns Länder, Kunstausstellungen, fremde Welten näher bringt.
  • mit dem Teleskop in die Weiten des Universums
  • zurück auf Vergangenes, seien es Studienfahrten, coole Events, oder auch Ereignisse oder Menschen, die nicht vergessen werden sollen.
  • auf Menschen und Ereignisse, die durch Geschichten, Erzählungen, Gedichte lebendig werden
 
Wir tauchen:
  • mit der VR-Brille hinunter in die Tiefen des Meeres
 
Neugierig auf mehr?
 
Wir sehen uns in zwei Wochen!




 

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